Sarina Thien und die Band Tennessee River Meppen

 

 

Wir freuen uns das auf dem Sommerfest 2020 Sarina Thien mit ihrer Band Tennessee River aus Meppen https://www.facebook.com/tennesseerivermeppen/ ,

 

uns Tatkräftig mit einem Openair Konzert mit Western und Countrymusik unterstützen wird

Mit einem Schädel-Hirn-Trauma ist Sarina Thien davongekommen, jetzt kämpft sie gegen die Langzeitfolgen. Dabei helfen ihr Sport und Musik

 

https://www.zdf.de/show/mein-lied-fuer-dich

 

https://www.noz.de/lokales/meppen/artikel/1905606/meppenerin-kaempft-gegen-die-folgen-eines-schweren-verkehrsunfalls

 

 

“Mit 30 Jahren habe ich mir mein Leben anders vorgestellt”, sagt Sarina Thien aus Meppen. Bei einem Autounfall vor drei Jahren wäre sie beinahe ums Leben gekommen. Noch immer hat sie mit den gesundheitlichen Folgen zu kämpfen – ganz verschwinden werden sie nie.

 

Mit einem Kollegen war sie auf dem Heimweg von Dörpen, als das Schicksal zuschlug. Sie wollten links in eine Seitenstraße abbiegen. Der Fahrer eines Bullis schätzte die Situation falsch ein und scherte aus, um sie zu überholen. Er prallte auf der Fahrerseite in das Auto und schob es noch 50 Meter vor sich her, bis die Fahrzeuge in einem Garten zum Stehen kamen.

 

Ihr Kollege starb an den Folgen des Unfalls. Sarina Thien, die neben ihm auf der Beifahrerseite saß und ihn im Moment des Abbiegens ansah, wurde bei dem Aufprall mit dem Gesicht gegen ihn geschleudert. Sie brach sich dabei den Oberkiefer, erlitt Schürfwunden und Prellungen – und ein Schädel-Hirn-Trauma. Später hörte sie von den Ärzten, dass ihre Wirbelsäule den Aufprall nur deshalb abfedern konnte, weil sie im richtigen Moment zum Fahrer gesehen hat. Andernfalls wäre sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent ebenfalls ums Leben gekommen.

 

Nach drei Tagen entlassen

Von dem Unfall, der dreieinhalb Jahre zurückliegt, hat die 30-Jährige nur noch bruchstückhafte Bilder im Kopf. “Ich weiß noch, wie wir an die Kreuzung gefahren sind. Dann endet die Erinnerung bei mir”, sagt sie. Mit dem Helikopter wird sie ins Lingener Krankenhaus gebracht, verbringt dort einen Tag auf der Intensivstation und wird nach zwei weiteren Tagen entlassen.

Im Nachhinein wünscht sie, sie wäre nicht so bald nach Hause geschickt worden. “Um mir der Schwere des Unfalls bewusst zu werden.” In den ersten paar Wochen nach dem Unfall bleibt sie zuhause, pendelt zwischen Sofa und Bett. “Aber ich hab´s abgetan”,  erinnert sich Thien. Dass sie nicht wieder vollständig genesen wird, war ihr zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. Auch die Ärzte hätten sie nicht darauf hingewiesen, welche Spätfolgen zu erwarten seien.

 

Nach neun Monaten beginnt sie die berufliche Wiedereingliederung, fängt aber gar nicht wieder an zu arbeiten. Bis zu dem Unfall war sie als IT-Systemadministratorin bei einer Bank tätig. Sie kann sich schwer konzentrieren, ist von einfachen Telefonaten überfordert, reagiert übertrieben emotional auf Stresssituationen und vergisst Kleinigkeiten wie die Nummer der Pizza, die sie bestellen möchte, sofort wieder.

 

Minderbelastbarkeit des Gehirns

Erst zwei Jahre nach dem Unfall kann Sarina Thien akzeptieren, dass sie nicht mehr dieselbe ist: Sie leidet unter einer Minderbelastbarkeit infolge des Schädel-Hirn-Traumas, ihr Gehirn ist weniger leistungsfähig und schneller erschöpft. Das merkt sie auch Jahre nach dem Unfall noch bei Tätigkeiten, die für die meisten Menschen ein Leichtes sind: Sie schafft es nur noch 15 Minuten am Stück zu lesen, beim Puzzlen muss sie schon nach zehn Minuten aufgeben. Wenn sich mehrere Menschen im selben Raum unterhalten, kann sie sich nicht mehr auf ein Gespräch konzentrieren. “Ich bin dann wie in einer Parallelwelt, als hätte ich eine Glocke über dem Kopf”, erklärt sie.

 

 

Vor einem Jahr hat sie deshalb eine neuropsychologische Therapie begonnen. Einmal in der Woche lernt sie dort zum Beispiel Methoden, wieder besser mit stressigen Situationen umzugehen. Ein großer Teil der Behandlung besteht aber darin, ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit zu verbessern. Dazu löst Thien Gehirnjogging-Aufgaben am Computer. 

 

Zuhause am Laptop übt Sarina Thien mit Gehirnjogging-Aufgaben.

Ihren Beruf bei der Bank kann sie nicht länger ausüben, eine Umschulung kommt aber nicht in Frage. “Das schafft mein Gehirn nicht”, erklärt Thien. “Ich würde Alles dafür tun, wieder zu arbeiten.” Sie hat sich zum Ziel gesetzt, irgendwann wieder halbtags zu arbeiten – in welchem Bereich, weiß sie selbst nicht. Sie müsste flexible Pausen einlegen und in ihrem eigenen Tempo vorgehen können.

 

Geholfen hat ihr seit dem Unfall vor allem ihr Mann Christian. Er merkt oft früher als sie selbst, wenn sie Ruhe braucht. Auf Partys hört sie dann manchmal “Sarina, wir fahren jetzt”. Dass Christian bei ihr geblieben ist und sie weiterhin unterstützt, ist für Sarina Thien nicht selbstverständlich. In Facebook-Gruppen, in denen sie sich mit anderen Betroffenen austauscht, hat sie oft gehört, dass Beziehungen an der neuen Belastung durch das Schädel-Hirn-Trauma zerbrechen. Ihr hat Christian im vergangenen Jahr sogar einen Heiratsantrag gemacht. 

 

Um sich bei ihm zu bedanken, hat die 30-Jährige ihn mit einem Auftritt bei der ZDF-Show “Mein Lied für dich” überrascht. Am Mittwoch, 23. Oktober, singt sie dort zusammen mit der deutschen Singer/Songwriterin Lea. Thien singt selbst in einer Band, und die Musik scheint eine entspannende Wirkung auf sie zu haben: Läuft nebenbei Musik im Radio, erzielt sie bei ihren Gehirnjogging-Aufgaben am PC deutlich bessere Ergebnisse, erzählt sie.

 

Als frühere Leistungssportlerin hält sie außerdem an ihrem Hobby fest: Sie geht regelmäßig joggen und absolviert Hindernisläufe. Sport und Musik geben ihr das Gefühl, trotz der Einschränkungen ihr “altes” Leben zu führen. “Ich mache Fortschritte”, resümiert die 30-Jährige. “Aber es wird nicht vollständig weggehen.” Hat sie einen schlechten Tag, erinnert sie sich daran, wie viel Glück sie hatte: “Mein Fahrer hat diese zweite Chance nicht.” 

 

Minderbelastbarkeit des Gehirns

Erst zwei Jahre nach dem Unfall kann Sarina Thien akzeptieren, dass sie nicht mehr dieselbe ist: Sie leidet unter einer Minderbelastbarkeit infolge des Schädel-Hirn-Traumas, ihr Gehirn ist weniger leistungsfähig und schneller erschöpft. Das merkt sie auch Jahre nach dem Unfall noch bei Tätigkeiten, die für die meisten Menschen ein Leichtes sind: Sie schafft es nur noch 15 Minuten am Stück zu lesen, beim Puzzlen muss sie schon nach zehn Minuten aufgeben. Wenn sich mehrere Menschen im selben Raum unterhalten, kann sie sich nicht mehr auf ein Gespräch konzentrieren. “Ich bin dann wie in einer Parallelwelt, als hätte ich eine Glocke über dem Kopf”, erklärt sie.

 

 

Vor einem Jahr hat sie deshalb eine neuropsychologische Therapie begonnen. Einmal in der Woche lernt sie dort zum Beispiel Methoden, wieder besser mit stressigen Situationen umzugehen. Ein großer Teil der Behandlung besteht aber darin, ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit zu verbessern. Dazu löst Thien Gehirnjogging-Aufgaben am Computer. 

 

Zuhause am Laptop übt Sarina Thien mit Gehirnjogging-Aufgaben.

Ihren Beruf bei der Bank kann sie nicht länger ausüben, eine Umschulung kommt aber nicht in Frage. “Das schafft mein Gehirn nicht”, erklärt Thien. “Ich würde Alles dafür tun, wieder zu arbeiten.” Sie hat sich zum Ziel gesetzt, irgendwann wieder halbtags zu arbeiten – in welchem Bereich, weiß sie selbst nicht. Sie müsste flexible Pausen einlegen und in ihrem eigenen Tempo vorgehen können.

 

Geholfen hat ihr seit dem Unfall vor allem ihr Mann Christian. Er merkt oft früher als sie selbst, wenn sie Ruhe braucht. Auf Partys hört sie dann manchmal “Sarina, wir fahren jetzt”. Dass Christian bei ihr geblieben ist und sie weiterhin unterstützt, ist für Sarina Thien nicht selbstverständlich. In Facebook-Gruppen, in denen sie sich mit anderen Betroffenen austauscht, hat sie oft gehört, dass Beziehungen an der neuen Belastung durch das Schädel-Hirn-Trauma zerbrechen. Ihr hat Christian im vergangenen Jahr sogar einen Heiratsantrag gemacht. 

 

Um sich bei ihm zu bedanken, hat die 30-Jährige ihn mit einem Auftritt bei der ZDF-Show “Mein Lied für dich” überrascht. Am Mittwoch, 23. Oktober, singt sie dort zusammen mit der deutschen Singer/Songwriterin Lea. Thien singt selbst in einer Band, und die Musik scheint eine entspannende Wirkung auf sie zu haben: Läuft nebenbei Musik im Radio, erzielt sie bei ihren Gehirnjogging-Aufgaben am PC deutlich bessere Ergebnisse, erzählt sie.

 

Als frühere Leistungssportlerin hält sie außerdem an ihrem Hobby fest: Sie geht regelmäßig joggen und absolviert Hindernisläufe. Sport und Musik geben ihr das Gefühl, trotz der Einschränkungen ihr “altes” Leben zu führen. “Ich mache Fortschritte”, resümiert die 30-Jährige. “Aber es wird nicht vollständig weggehen.” Hat sie einen schlechten Tag, erinnert sie sich daran, wie viel Glück sie hatte: “Mein Fahrer hat diese zweite Chance nicht.” 

Posted in News   

Author: ralf

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